Der Ort Engeln
-eine der ältesten Siedlungen der Pfarrei-


1. Die Geschichte

In der Karte aus der Zeit um 1780 wird Engeln Engelheim genannt und ist außerhalb der Grafschaft Virneburg gelegen (LAK 1 c 4289 f. 40). Es gab damals noch keine feste Schreibweise der Orte, aber der Autor könnte unwissentlich den ältesten Namen von Engeln genannt haben. Der Name Engelheim ist dann im Laufe der Zeit zu Engeln geworden. Orte, die auf ....heim enden, gelten als frühe Siedlungen, besonders aus der Zeit der Franken. Es ist aber nur eine Vermutung.

Sicher aber steckt in Engeln der altdeutsche Vorname Angil (oder ähnlich). Dieser Angil wäre dann der erste Bewohner oder einer der früheren markanten Bewohner der Siedlung Engeln gewesen, die wohl aus Holzhütten bestand. Die Siedlung Engeln wird "Wildhöfe", die Bewohner die "Wildförster" genannt. Das ist eine alte Bezeichnung für Waldhüter. Um das zu verstehen, müssen wir uns die große Bedeutung klar machen, die der Wald zu früheren Zeiten besaß. Für uns besteht heute seine Bedeutung als Erholungsgebiet und als Faktor der Klimaverbesserung. Früher versorgte der Wald die Leute mit existenziellen Gütern. Er lieferte Bauholz, Brennholz und den Rohstoff für die Holzkohlegewinnung. Holzkohle wurde früher für die Herstellung von Eisen gebraucht. So waren um 1800 große Teile der Eifelwälder abgeholzt worden. Der Wald lieferte aber auch Kräuter, Pilze, Wildhonig und das Wild. Schon früh hatte sich der Adel das ausschließliche Recht der Großwildjagd gesichert.

 



Tränk bei Önne Theise Peter
 

Ebenso lieferte der Wald Eichenlohe zur Herstellung von Leder. Früher trieb man das Vieh in den Wald, besonders in die feuchten Suhren oder Seifen. Ebenso trieb man im Herbst die Schweine zur Eichel- und Buchenmast in den Wald. Der Eifelwald bestand aus Laubbäumen. Fichten wurden erst zur Preußenzeit gepflanzt. Aus dem Wald holte man die Plaggen. Es handelt sich hier um vermoderten Waldboden, der zur Düngung auf die Felder aufgebracht wurde.

Der Wald bot sich aber auch an als Rodungsland für die landhungrigen Siedler. Da der Kunstdünger fehlte und der Boden rasch erschöpft war, musste man immer wieder neue Wälder roden. Daher musste der Wald geschützt werden und dies war Aufgabe der Wildförster.

Die Wildhöfe Engeln gehörten mit den Wildhufen Ramersbach und Halbach (ein aufgegebener Hof bei Kaltenborn) zum Wildforstamt Brück (Ahr) im Erzstift Köln, also Kurfürstentum Köln. Sie hatten die Aufgabe, die großen Wälder südlich der Ahr zu bewachen. Ihr Forstbezirk wurde begrenzt von der Ahr zwischen Dümpelfeld und Ahrweiler und der sogenannten Kohlstraße.

Dieser Bezirk geht auf eine Schenkung des Wildbannes durch Kaiser Otto an die Gebrüder Sigibodo und Richwin aus dem Jahre 922 zurück. Sigibodo und Richwin gelten als die Ahnherren der Grafen von Are-Hochstaden-Nürburg, deren Erbe im 13. Jahrhundert an Kurköln fiel.

Nun fällt auf, dass Engeln außerhalb dieses Wildbannes liegt, es hatte keine Aufgaben im Virneburgischen zu erfüllen. Daraus schließt man (Ulrich Helbach, das Reichsgut Sinzig, Seite 178-181), dass hier schon vor 992 ein Forstbezirk bestand, dessen Grenzen bis in unsere Gegend reichten. In diesem Bezirk hatten die Wildförster von Engeln Aufsichtspflichten.


Bild links: Jockems Steff beim Klopfen der Sense

992 wurde dann der Wildbannbezirk der Grafen von Are abgegrenzt, Engeln lag nun nicht mehr in diesem Wildbann, aber die Engeler Wildförster blieben als Waldhüter in diesem Forstbezirk. So bestanden die Wildhöfe zu Engeln schon vor 992 und sind älter als die übrigen Dörfer.

Die Grafschaft Virneburg, besonders Gräfin Magdalene erhob um 1600 Ansprüche auf Engeln. Sie pfändeten dort Geld und Vieh, was natürlich sofort die Gegenwehr von Köln hervorrief. Köln blieb der Stärkere. Diese Grenzstreitigkeiten mögen daher rühren, weil das Virneburger Weistum unklar ist. Bei der Visitation des Dekanates 1770 weiß der Visitator nicht, wozu Engeln gehört. Es kann nichts genaues gesagt werden. Auf einer Karte der Grafschaft Virneburg von 1780 liegt Engeln außerhalb der Grafschaft Virneburg.

Köln verkauft um diese Zeit Engeln an die Herren von Belderbusch. Dieser Belderbusch war Minister der Kölner Kurfürsten. So heißt es bei der Visitation der Schulen ganz knapp: "Engeln hat der Herr von Belderbusch gekauft." Warum Belderbusch Engeln gekauft hat, ist mir unklar. Ob er sich damit als Mitglied zum Kanton Mittelrhein der Reichsrichterschaft einkaufte? In der Franzosenzeit ab 1794 werden die alten Herrschaften abgeschafft und eine einheitliche Verwaltung errichtet. Engeln kommt innerhalb der Gemeinde Baar zum Kanton Virneburg. In der Preußenzeit ist es Ortsteil der Gemeinde Baar, in der Bürgermeisterei Virneburg, Kreis Adenau. Nach der Auflösung des Kreises Adenau im Jahre 1932 kommt es zum Kreis Mayen und 1934 zum Bürgermeisteramt Mayen-Land, heute Verbandsgemeinde Vordereifel.

So bleiben als Desiderata an Heimatforscher:

1. Erklärung des Namens Engeln
2. Auswertung der Urkunden und Akten über die Wildförderhöfe Engeln und das Wildforstamt Brück.

(Verfasst von Pastor Richter)

2. Die Hausnamen

Bis in die heutigen Tage hat sich der Brauch erhalten, dass jedes Haus einen Hausnamen hat, der oftmals mit dem Familiennamen des Hausbesitzers nichts zu tun hat. Der Hausname wurde früher abgeleitet entweder vom Vor- oder Nachnamen des Hausbesitzers, von seinem Beruf, von der Lage des Hauses, von Flur- oder Straßenbezeichnungen usw. Hatte ein Haus einen solchen Hausnamen, wurde er auf die nachfolgenden Hausbewohner weitergegeben. So hat auch in Engeln jedes Haus seinen Namen:

Haus:

- Ernst Thelen
- ehemals Josef Rausch
- Gretchen Wagner
- ehemals Peter Josef Wagner
- Schlich (Haus ist abgerissen und stand
im "Päsch" von Michael Thelen
- Erich Schmitt
- Franziska Thelen
- ehemals Maria Wagner
- ehemals Stefan Schomisch
- Horst Schwarz ehemals Johann Krings
- ehemals Christine Thelen

  Hausname:

Bläuels
Jöttsein
Önne Theise
Lüesch
Höttmächers

Höttädems
Honne Theise
Owe Theise
Jockems
Schmitz
Ädems


3. Der Brand von Engeln


Auszug aus der Schulchronik:
(Zeitungsauschnitt vom 04. Mai 1914)

Am 29.04.1914 wurde die Pfarrei Wanderath von einem schweren Unglück heimgesucht. In dem Dorfe Engeln brannten zwei Häuser ab. Die Zündung geschah durch Blitzstrahl.

Nachdem den ganzen Tag die Sonne warm geschienen hatte, brach gegen Abend ein Gewitter los. Schon einer der ersten Blitze schlug in die Scheune des Anton Wagner aus Engeln ein. Augenblicklich stand sie in hellen Flammen. Das Feuer griff schnell auf die Wohnhäuser des Anton Wagner und des Matthias Wagner über. Nur das Notdürftigste konnte gerettet werden. Menschen kamen glücklicherweise nicht um, doch verbrannten einige Stück Vieh. Nur die Gebäude waren versichert.

Bild links: Blick auf Engeln in den 60er Jahren

Bei dem Brande, der am Abend des 29. April infolge Blitzschlag entstand und bei dem die Wohnhäuser nebst Scheunen und Stallgebäuden der beiden Familien Wagner eingeäschert wurden, sind außer dem Rind (Ochsenrind) und dem Schwein (ein Mutterschwein) mit 7 Ferkeln verbrannt. Die Frau des einen Wagner, der vom Feld heimkehrte, fiel beim Anblick des Feuers in Ohnmacht; sie ist infolge des dabei erlittenen schweren Schreckens schwer erkrankt und man hegt schwere Bedenken für ihre Gesundung. Schrecklich war der Anblick der ungeheuren Brandstätte. Dem sofortigen Eingreifen der Nachbarn und der aus den umliegenden Dörfern herbei geeilten Bürgern, darunter auch Pastor Schneider aus Wanderath, der gleich den anderen überall tatkräftig mithalf, ist es zu danken, daß nicht der ganze Ort dem Feuer zum Opfer gefallen ist. Die Geschädigten, einfache Ackers-leute, sind durch diese Unglück schwer geschädigt, da, wie bereits gemeldet, die Gebäulichkeiten gering und die ganze übrige Habe nicht versichert war. Der Fall ist aber wieder Beweis, wie notwendig es ist, daß der Landwirt sein sauer erworbenes Hab und Gut versichert.

Sage zum Brand von Engeln:

In Engeln brannte ein Haus und man konnte den Brand nicht löschen. Da rief man den Pastor von Wanderath, der vom Kirchberg aus den Brand segnete. Sofort ging das Feuer zurück. Der Pastor konnte den Brand nur segnen, wenn er das Feuer sah, aber so weit entfernt war, dass ihn die Funken nicht erreichten.



4. Das Heiligenhäuschen


Das Engeler Heiligenhäuschen, wird auch Donete Heiligenhäuschen oder Welschenbacher Heiligenhäuschen genannt.

Das Heiligenhäuschen steht auf der Stelle des früheren Siebenbacher Kreuzes. Ältere Leute erinnern sich noch daran, dass hier der Sockel stand, in den ein Kreuz eingelassen war. An diesem Kreuz führte der Kirchweg für einen Teil der Siebenbacher vorbei. Heute gehört die Parzelle Frau Mathilde Rademacher aus Zermüllen. Sie ist unter dem Flurrnamen "Im Suhrerberg" einge-tragen und steht in der Gemarkung Welschenbach.

Das Heiligenhäuschen wurde im Jahre 1876 von Nikolaus Müller erbaut. Als sein einziger Sohn Peter, (geb. 18.09.1837) im Jahre 1870/1871 in den Deutsch-Französischen Krieg ziehen mußte, versprach er, wenn sein Sohn gesund heimkehre, zum Dank ein Heiligenhäuschen zu bauen.

Dieses Heiligenhäuschen wurde nach dem ersten Weltkrieg von Hubert Müller, Sohn des Peter Müller und Anna geb. Krayer sowie der Tochter Anna Müller renoviert. In dem Heiligenhäuschen standen die Figuren der Heiligsten Herzen Jesu und Maria. Diese wurden mutwillig zerstört.
1950 stiftete Frau Juliane Müller geb. Theisen die jetzige Figur der Gottesmutter. Diese ist aus Stein und wurde in Maria Laach hergestellt. Sie wurde von Hochwürden Pater Kraus am Kirmestag in der Welschenbacher Kapelle gesegnet.



5. Zuwegung nach Engeln


Bild links: Ortseingang in Höhe Horst Schwarz

Bis zum Jahre 1939 erreichte man Engeln von Welschenbach kommend nicht wie heute über die Trasse der jetzigen Kreisstraße, sondern der Weg führte durch Welschenbach. Man ging durch Welschenbach an der Kapelle vorbei zum Homeschberg. Oberhalb vom Anwesen Ernst Thelen führte der Weg nach Engeln man gelangte in Höhe Anwesen Horst Schwarz in den Ort.

Mit dem Bau der Kreisstraße wurde mit der Umlegung im Jahre 1939 begonnen. Hierzu mussten unterhalb Engeln die Böschungen aufgeschüttet werden. Das Aufschüttmaterial wurde am heutigen Maschinenschuppen abgebaut. Man hatte Gleise gelegt und beförderte das Aufschüttmaterial mit Kippwagen an die jeweilige Stelle. Der Unterbau wurde damals mit einer Packlage hergestellt. Hierzu wurden Bruchsteine, die im Steinbruch bei Niederwelschenbach gebrochen wurden, nach Engeln gebracht und dort hochkant eingesetzt. Dann kam der Krieg und die Straßenbauarbeiten wurden unterbrochen. Die Gleise blieben liegen. Erst nach dem Krieg im Jahre 1954 wurde die Straße fertig gestellt.



6. Anekdoten von Engeln

Engeler Wurstkirmes


Bild rechts: Engele Karl (Karl Wagner)beim Melken

Neben der normalen Kirmes hatte Engeln früher noch eine extra Kirmes, nämlich die Wurstkirmes. Diese hat ihren Ursprung in der Zeit, als in Engeln noch Hausschlachtungen durchgeführt wurden. Geschlachtet wurde von Önne Theise Peter (Peter Wagner) und Lüesch Peter (Peter Josef Wagner). Önne Theise Peter hatte bei den Schlachtungen immer ein Problem. Er konnte die Tiere nicht töten. Hierbei mußten ihm die Nachbarn helfen. Wenn Kühe und Kälber geschlachtet werden sollten, war Miese Pitte aus Büchel (Peter Wagner) gefragt. Damals war es Brauch, dass die Verheirateten von Engeln demjenige der geschlachtet hatte, abends einen Besuch abstatteten. Jeder brachte an Schnaps mit, was er noch hatte. In der Küche wurde dann frische Blut- und Leberwurst in der Pfanne gebraten und jeder durfte einmal mit seinem Brot durch die Pfanne "zoppen". Um den Durst zu löschen gab es Schnaps und den reichlich. Nach Hause gegangen wurde erst dann, wenn alle Flaschen leer waren. So gab es in Engeln den Winter über mehrmals Wurstkirmes.



Auszahlung vom Milchgeld


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Bis etwa Anfang der 60er Jahre vermarkteten die Engeler Landwirte ihre Produkte selbst. Aus Milch wurde Butter gemacht und diese dann auf dem Markt verkauft oder getauscht. Dann Anfang der 60er Jahre kauften die Molkereien die Milch auf. Morgens stellte jeder seine gefüllten Milchkannen auf den "Milchbock". Diese wurden dann von dem "Milchauto" welches Schwarz Heinrich aus Oberbaar fuhr, abgeholt und nach Boos in die Molkerei gebracht. Mittags brachte das Milchauto die leeren Kannen wieder zurück und stellte sie auf den Milchbock. Jeder holte nun seine Kannen ab, spülte sie und füllte sie wieder für den nächsten Tag.

Da es noch keine Banken gab, wurde von der Molkerei auch das Milchgeld in bar ausbezahlt. Für unsere Gemeinde war das sonntags nach dem Hochamt bei Rausche Jupp. Die Engeler waren immer besonders eifrig und schöpften oftmals schon in Rausche vom Milchgeld den "Schmand" ab. Regelmäßig kamen sie betrunken den Kirchberg hinunter.

An einem Sonntag war es aber besonders schlimm. Önne Theise Peter, Jockems Steff und Mertens Kurt waren dermaßen betrunken, dass sie nicht mehr gehen konnten. Schüller Adolf und Löschesch Erich brachten sie mit einem kleinen Bus nach Hause. Önne Theise Peter trug an diesem Tag einen blauen Velourhut. Auf der Heimfahrt schnitt einer mit dem Taschenmesser Önne Theise Peter den Hutrand ab. Den Rand setzte man nun Peter wieder auf den Kopf und den Rest warf man aus dem Fenster. Als bei Jockems Steff im Hof ausgestiegen wurde, merkte Önne Theise Peter, dass er nur den Hutrand auf dem Kopf trug und der Rest fehlte. Hierüber wurde er derart böse, dass er dies den anderen noch jahrelang vorwarf. Immer wenn er etwas zuviel getrunken hatte, wollte er den Hut bezahlt haben. Bis zum heutigen Tage weiß man allerdings nicht genau, wer nun den Hut abgeschnitten hatte und wer bezahlen sollte.



Engeler Maibaum


Wenn in den 50er Jahren in Engeln am 1. Mai der Maibaum gestellt wurde, ging es immer hoch her. Da die Junggesellen von Engeln, es waren insgesamt 3 an der Zahl, nämlich Jockems Jupp, Höttädems Erich und Lüesch Hein den Baum alleine nicht stellen konnten, gingen alle Männer mit. Zuvor besorgte man Getränke. Hierzu ging einer mit dem Rucksack nach Welschenbach zu Scheffes Marie in die Wirtschaft und kaufte Bier.

Nachdem man am Baum kräftig getrunken und gesungen hatte und es bereits dunkel und kalt war, ging man in die Stube bei Höttädems. Hier feierte man weiter. Als dann die Ersten nach Hause gehen wollten, merkten sie, dass sich die Haustür nicht öffnen ließ. So stieg man durchs Fenster. Jetzt stellte man fest, dass die Haustür mit "Schanzen" zugesetzt war. Vermutet wird, dass Bücheler Mädchen sich diesen Scherz erlaubten. Bis zum heutigen Tag ist der Fall noch nicht aufgeklärt.



7. Engeler Wandertag


In Engeln wird Zusammenhalt "groß" geschrieben. Seit 1980 ist es daher Brauchtum, dass die Männer des Dorfes eine Winterwanderung machen. Hierzu werden dann auch diejenigen eingeladen, die "weg geheiratet" sind. Die Idee hierzu hatte Höttädems Erich.

Am ersten Wandertag nahmen 12 Engeler teil. Der Weg führte über den Schildkopf nach Arft, wo man sich zur Mittagspause stärkte. Anschließend ging es nach Siebenbach, wo man bei Leo einkehrte. Der Abschluß war in Wanderath in "Rausche". Seither wird der Wandertag jedes Jahr am ersten Tag nach dem Weihnachtsfest durchgeführt.

So können sich die Engeler Wanderer noch gut an die Tour nach Drees erinnern. Das Wetter war schlecht, es schneite und es war kalt. Der Weg führte durch den Wald nach Herresbach und von hier über den Wirtschaftsweg nach Döttingen. Bereits bis Döttingen hatte man wegen der Kälte 2 Flaschen Schnaps geleert.

In Döttingen stand zufällig Hennrichs Karl aus Virneburg mit seinem Verkaufswagen. Schnell hatte man eine neue Flasche Schnaps gekauft und setzte den Weg nach Drees fort. In Drees wurde bei Schüller Marie eingekehrt und lustig verbrachte man mit dem Wirt und den Pensionsgästen den Nachmittag.

Dann wurde die Rücktour angetreten. In der frischen Luft schlug es wie eine Bombe ein und Önne Theise Ferdi wurde es schlecht. Es wurde ihm derart schlecht, dass man unterhalb Drees den Krankenwagen rufen mußte. Sein Bruder Önne Theise Alois geriet in Panik und lief weg. Nachdem Ferdi mit dem Krankenwagen weg war, ging man weiter nach Oberbaar zu Pitze Jupp. Telefonisch erkundigte man sich von hier im Krankenhaus nach dem Zustand von Ferdi und erfuhr, dass es ihm besser ging. Das wurde natürlich wieder kräftig gefeiert, denn man war froh, dass nichts passiert war.



8. Engeler Unternehmer


Kaum einer weiß, dass es in Engeln schon vor dem zweiten Weltkrieg 2 Fuhrunternehmen gab. So hatte Lüesch Bernhard zusammen mit Önne Theise Peter und Josef Krings einen LKW. Der LKW von Lüesch Bernhard war blau/grau und der von Josef Krings rot. Sie fuhren im Straßenbau. Zu Beginn des Kriegs wurden dann beide LKW eingezogen.



9. Schneeräumen im Winter


Früher gingen die Engeler über den Kirchenweg nach Wanderath in die Kirche und die Kinder zur Schule. Weiterhin brachte der Briefträger über diesen Weg die Post nach Engeln und ging anschließend weiter durch die "Höll" zum Engeler Heiligenhäuschen in Richtung Siebenbach. Im Winter war der Weg oftmals zugeschneit und die Engeler Männer gingen Schnee räumen.

Anfang der 60er Jahre waren bereits einige jung verheiratete Männer auch im Winter bei Firmen beschäftigt. Da sie beruflich bedingt nicht Zuhause waren, mussten als Ersatz ihre Frauen mit zum Schneeschaufeln gehen. So gingen auch Marianne Thelen und Anna Schmitt mit. Nachdem der Weg freigeschaufelt war, wollten die Männer in Rausche gehen, um sich einen Schnaps zu genehmigen. Anna sagte daraufhin zu Marianne : "Wir haben auch so gut geschaufelt wie die Männer" und gingen mit in Rausche.



10. Engeler Fronleichnamsaltar


Die Engeler bauten früher zur Fronleichnamsprozession einen eigenen Altar. Es war der 3. Altar hinter Oberbaar und Herresbach. Die Prozession ging damals anders als heute. Der Oberbaarer Altar wurde am alten Schießstand aufgebaut (etwa vor dem jetzigen Landschulheim). Der Herresbacher war am Beginn der hohen Fichten und der Engeler oberhalb vom Haus Nückel.

Im Jahre 1951 war der Altar derart strapaziert, dass ein neuer angeschafft werden mußte. Dieser wurde von einem Schreiner aus Langenfeld gebaut. Die Kosten trug das ganze Dorf gemeinsam .
Am Fronleichnamstag legten morgens die Frauen den Teppich mit Blüten und Blättern und schmückten den Altar mit Blumen.
Fing es an zu läuten, war dies für die Männer das Zeichen, die Fahnen aufzuhängen. Jedes Jahr, sobald die Fahnen hingen, sagte Krings Johann: "Jetzt können sie wegen uns kommen", obwohl die Frauen noch lange nicht fertig waren.



11. Höttmächers Anna


Höttmächers Anna, ein echtes Engeler Mädchen, war vor dem Krieg nach Langscheid verheiratet. Eines Tages besuchte sie ihre Verwandtschaft in Engeln. Sie war kurz hinter Welschenbach am Homeschberg, als sie einigen Engelern begegnete. Obwohl es Sommer war und die Sonne schien, hatte sie einen Regenschirm dabei.

Die Engeler fragten: "Anna, biesu has dau bei dem schöne Wede en Schirm dabei?" Anna sagte: "Wen me von Langscheid in de Eifel no Engele kütt hät me nüddesch de Schirm mot ze hölle."

von Heribert Hä




Die ältesten Einwohner von Engeln


Höttädems Klara
(Klara Schmitt, 91 Jahre)



Jockems Gretche
(Margarete Wagner, 78 Jahre)

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