Freilingen

1. Geschichtliches über Freilingen

von Aloys Richter



Ansicht von Freilingen aus Richtung Hohe Warthe


Die Geschichte von Freilingen wurde noch nicht untersucht, hier können nur einige kurze Hinweise gegeben werden. Freilingen liegt an der Römerstraße Mayen - Virneburg - Wanderath - Adenau - Eifel. Hier wurden römische Besiedlungsreste gefunden, aber nie genau untersucht und lokalisiert.

Freilingen taucht 1336 in der Geschichte auf und hieß damals "Vrilingen" (Iwansky, Virneburg). Namen mit der Endsilbe -ingen weisen auf eine frühe Zeit in der Besiedlung der Hocheifel hin. "Vrilingen" ist ein Doppelname. Die Endung "-ingen" bedeutet bei den Leuten und "Vril" weist auf einen männlichen Vornamen hin, der mit der Besiedlung begann oder sonst eine markante Person war.

Die Freilinger Höfe, wie der Ort später genannt wurde, waren ein Hof der Virnburger Grafen. Uns liegen hierüber verschiedene Verpachtungsprotokolle vor. So heißt es bei der Verpachtung am 4. September 1555, bekanntlich war die Restgrafschaft Virneburg 1554 in die Hände der Grafen Manderscheid -Schleiden übergegangen:

 
Agnes Bungarten, französischer Kriegsgefangene, Peter und Anton Bungarten bei der Heuernte



Dorfjugend von Freilingen
von links: Maria Bungarten, Regina Freund, Karl Bungarten, Heinrich May, Josef May, Erich Bungarten
hinten: Alfons Bungarten, Alfons vom Berg (Koblenz) Ferienkind.
 

Dietrich, Graf zu Manderscheid, Blankenheim und Virneburg, Herr zu Schleiden, Kerpen, Kronenburg, Neuerburg und Saffenburg verleiht seinen Hof zu Freilingen mit allem Zubehör an Pleingen die Witwe des Craft von Freilingen, ihrem Sohn Johann Hübschen, dessen Ehefrau Lucia und ihre Erben auf vierundzwanzig Jahre, beginnend mit Datum der Urkunde für eine Jahrespacht von 10 Malter Korn, 11 Malter Hafer, 1/2 Malter Gerste, zwei Sümmer Erbsen guter reiner Frucht, zwei Pfund Öl am Martinstag; 12 Hähne und 100 Eier zu Ostern, sowie am Johannstag ein gutes fettes Schwein (wehrschwein), die sie ebenso wie die anderen virneburgischen Hofleute jeweils auf das Schloß Virneburg liefern sollen. Weil der Hof viel Heuwachstum hat sollen die Hofleute auch die Wiese im Bornseiften an Wilhelms Wiese gebrauchen. Die Pächter sind verpflichtet, Haus und Hof und Einzäunungen instand zu halten und alles Stroh zur Verbesserung der Äcker zu verwenden und nichts vom Hof wegzubringen. Bei Vertragsverletzungen der Hofleute soll die Belehnung ohne Einspruchsrecht sofort aufgehoben sein, doch verspricht der Aussteller, sie bei ihrem alten Herkommen zu belassen. Nach Ablauf der Verpachtung sollen die Hofleute oder ihre Erben vorrangig bei der Neuverpachtung berücksichtigt werden. Der Aussteller befiehlt seinem Befehlshaber zu Virneburg mit 2 Heimbürgen (=Ortsvorsteher) den Hof zu besichtigen und alles vorgefundene im Virneburg Rentbuch zu verzeichnen, wovon die Pächter eine Abschrift erhalten sollen. ( StaWt-F US 6 Nr.620)

Ein Bauer kann doch schon einiges über die damaligen Verhältnisse, wie angebaute Früchte, Pachttermine und Art der Düngung herauslesen. Was nun etwas verwirrt sind andere Urkunden. Da heißt es mehrmals, daß der Hof zu Freilingen, Nachtsheim und Polch den Freiherrn von Breitbach, Herr zu Bürresheim, als Lehen übergeben wurden. Und 1685 wird der "Ehrsame Stephan Clas", ehemaliger "frei herrlich-breitbach-bürresheimischer Hofinann zu Freilingen" genannt (StAWt-F US 6 Nr.734). Wie gesagt, es bleibt noch viel Arbeit für Heimatkundler.

2. Die Hausnamen

Bis in die heutigen Tage hat sich der Brauch erhalten, dass jedes Haus einen Hausnamen hat, der oftmals mit dem Familiennamen des Hausbesitzers nichts zu tun hat. Der Hausname wurde früher abgeleitet entweder vom Vor- oder Nachnamen des Hausbesitzers, von seinem Beruf, von der Lage des Hauses, von Flur- oder Straßenbezeichnungen usw. Hatte ein Haus einen solchen Hausnamen, wurde er auf die nachfolgenden Hausbewohner weitergegeben. So hat auch in Freilingen jedes ältere Haus seinen Namen:

Straße zum Steinbruch:

am Steinbruch beginnend:
Haus:
Wienpahl
Vachovec
Gertrud May
Lauxen Marta u. Frank
Heinrich Werner
Heinrich Bienemann
Marco Bungarten

 


Hausname:
Schmitz (Stammhaus)
Straatz (eigentlich Strahls)
Klös
Mettesjes
Mettesjes
Klös (Stammhaus)
Löschesch

Straße zum Bleiberg:

von Wanderath aus beginnend:
Haus:
Gerhards Peter
Thelen Walter
Thelen Norbert
Bungarten Erich
Bungarten Karl
Bungarten Gerd
Bungarten Horst
Mattes Thomas
Schlich Manfred
Hoffmann Manfred
Schlich Ralf

 

Hausname:
Straatz
Straatz
Straatz
Löschesch
Löschesch
Löschesch
Löschesch

Schmitz



3. Auswanderer aus Freilingen im 19. Jahrhundert.

Liste der Auswanderer


4. Vom Erzbergbau in unserer Heimat

von Aloys Richter

Im Herbst des Jahres 1897 schreibt Pfarrer Anton Schmitz: "Auf dem Bleiberg wurde mit Erfolg nach Blei geschürft." Man wusste also schon früher von Erzvorkommen auf dem Bleiberg, und man hat auch schon früher in unserer Heimat nach Erzen gesucht, so schon zur Römerzeit im Nitztal. Es gibt Berichte über Bergbau in der Grafenzeit bei Virneburg, spätere Spuren zeigen sich in der Schweinskaul bei Virneburg, in der Mirkdell bei der Blumerather Heide, der Hannekaul bei Eschbach, ebenso in Siebenbach in der Nähe der B 412. Bergbau im größeren Rahmen allerdings gab es nur im Virneburger Revier, im Zusammenhang mit der Grube Bendisberg. In vielen Gegenden der Eifel zeigen sich Spuren von Bergbau, meist in kleinerem Ausmaß. Es heißt: "Die Eifel ist reich an armen Erzen."

Der Metallgehalt des Haufwerkes war nur sehr gering, so waren Förderung und Aufarbeitung sehr kostenträchtig und lohnten nur in Zeiten, da der Bedarf an Buntmetallen groß war. Das zeigt sich an den drei Abbauphasen der Grube Bendisberg:

1) Um 1900, die Deutsche Wirtschaft boomte und Deutschland war die führende Industrienation
2) In der Zeit des dritten Reiches, da wollte man autark und vom Ausland unabhängig sein
3) In der Aufbauphase der Nachkriegszeit. Heute können in der Welt reiche Erze mit weniger Aufwand gewonnen werden.

Nun, wie entstanden die Erzgänge?
Wir müssen uns von dem Gedanken freimachen, dass die Erde fest und unerschütterlich da stehe. Einmal driften auf der Erdoberfläche große Erdschollen, die sich von einander entfernen aber auch aufeinander stoßen können und Erdbeben verursachen. Diese Erdplatten können sich heben und senken, so ist das Koblenzer-Neuwieder-Becken eingebrochen. Vulkanausbrüche verändern die Erde, und ständig wird durch Erosion des Wassers und der Luft Erdreich abgetragen.

Versetzen wir uns zurück in die Zeit des Erdaltertums, der Zeit des Devon vor 400 Millionen Jahren. Unser Raum befand sich damals südlich des Äquators und war von einem Flachmeer bedeckt, in das die Flüsse unaufhörlich Schutt und Geröll schütteten, oft in einer Dicke von mehreren hundert Metern. Unter Druck bildeten sich die Erdarten des rheinischen Schiefergebirges: Grauwacke, Quarzite, Rauflaser, Tonschiefer aber auch abbauwürdiger Dachschiefer. Alle diese Böden haben eines gemeinsam, was der Eifelbauer weiß: Sie sind nährstoffarm und nicht ertragreich.

Nach den obigen Ausführungen zufolge müssten die Gesteinsschichten alle waagerecht laufen, aber wir sehen, dass die Felsen oft in einem mehr oder weniger spitzen Winkel zur Horizontale stehen. Schuld ist die sogenannte "Variskische Auffaltung", die etwa 100 Millionen Jahre später erfolgte. Wie sich ein Handtuch, das ich von beiden Seiten zusammendrücke, auffaltet, so faltet sich jetzt unter Seitendruck das Gebirge auf. Dabei entstanden Risse, Spalten, Gänge und Hohlräume. In diesen Spalten drangen unterirdische Erzlösungen ein. So entstand die Vererzung. Wir können nun verstehen, dass die Erzgänge nicht schön gleichmäßig verlaufen. Sie können in alle Richtungen laufen, einmal schmal sein, dann mächtiger. Wie gesagt, die Eifel ist reich an armen Erzen, die Gänge sind nicht mächtig wie sie im Erzgebirge waren, der Erzgehalt des Haufwerkes ist gering und immer mit Quarziten verbunden. Die geförderten Erze, meist Blei, Zink, auch Silber, Kupfer und Eisen kommen nie rein sondern immer in Verbindungen, meist mit Schwefel, vor. Zuerst gewann man die Erze in sogenannten Pingen. Man entdeckte den Erzgang an der Erdoberfläche und grub dann in die Tiefe. Aber bald versank man im Grundwasser. Die Pumptechnik war noch nicht entwickelt. Später ging man seitlich in den Berg, wie bei St.Jost. Die Schächte stiegen leicht an, damit das Wasser ablaufen konnte.



5. Bergbau in Freilingen

von Heribert Hänzgen

Bild links: Verladerampe im Weidseifen

Bereits um 1900 gab es in unserer Region Bergbau. Zwischen 1900 und 1904 wurde die Grube Bendisberg bei St. Jost durch eine holländische Gesellschaft aufgeschlossen und betrieben. Aber bereits 1903 kam der Betrieb zum Erliegen, als die kurz zuvor erbaute Aufbereitung in der Nacht vom 25. auf den 26. Dezember 1903 einem Großfeuer zum Opfer fiel. Bereits zu diesem Zeitpunkt bestand die Belegschaft der Grube aus 120 und die der Aufbereitung aus 34 Arbeitern. 1915 ging die Grube in den Besitz der Vieille Montagne über und wurde 1937 bis 1940 von der Aktiengesellschaft des Altenbergs erneut in Betrieb genommen. Ein kurzes Erzmittel auf dem Hauptgang der Grube wurde versuchsweise in Abbau genommen, andere Gewinnungsarten fanden nicht statt. Ende 1940 musste die Grube infolge des Krieges stillgelegt werden. Aber bereits 1948 erfolgte ihre Wiederaufschließung, nachdem am 13. Dezember 1948 die Militärregierung die Erlaubnis zum Betrieb der Grube erteilt hatte. Es folgten umfangreiche Untersuchungs- und Erschließungs-arbeiten und ab 1950 wurde wieder regelmäßig abgebaut. Man schätzte ein abbauwürdiges Vorkommen von ca. 33000-45000 Tonnen Haufwerk mit einem Erzgehalt von ca. 15-20 %. Da die aus der Grube Bendisberg geförderten Erze, die Spitzenleistung betrug 1955 ca. 4272 Tonnen, aufgrund der Besatzungszonenaufteilung nicht in der Aufbereitung Lüderich bei Untereschbach verarbeitet werden konnten, wurden sie nach Bad Ems zur Aufbereitungsanlage Friedrichssegen, die im Besitz der Stolberger Zink AG war, transportiert. 1955 arbeiteten Untertage 42 und Übertage 1 Arbeiter sowie 2 technische Angestellte. Die Grube Bendisberg schloss am 11.05.1957. Heute kann man noch die Abraumhalde, den unteren Stolleneingang und die Transformatorenstation sehen.

Bild links: Stolleneingang im Weidseifen

Bereits vor dem 2. Weltkrieg wurden von der Aktiengesellschaft des Altenbergs auch im Weidseifen bei Freilingen sowie oberhalb von Niederwelschenbach Stollen angelegt um nach Bleierz zu suchen. In Niederwelschenbach wurde man nicht fündig und so wurden die Stollen wieder geschlossen. Die Abraumhalde sowie der zugeschüttete Stolleneingang ist heute noch zu sehen.

In Freilingen wurde man fündig und so wurde dort bereits vor dem Krieg nach Erz geschürft. Wie auch in St. Jost wurde im Krieg die Grube stillgelegt und Ende 1948 begann man wieder zu schürfen. Hierzu hatte man vom Weidseifen waagerecht in westliche Richtung (Richtung Bleiberg) einen Stollen getrieben. Der Eingang ist heute noch zu sehen und befindet sich in Höhe des Damms, dort wo der Weg Richtung Freilingen das Gewässer überquert. Auch aus Richtung Bleiberg wurde in Richtung Weidseifen ein Stollen getrieben. Der Höhenunterschied zwischen den beiden Stollen betrug ca. 30 m. Der Eingang befand sich westlich von dem kleinen Kiefernwäldchen im Burscheifen. Der Abraum wurde den Abhang hinunter geschüttet. Beide Stollen waren mit einem Schacht verbunden. Der Schacht diente einerseits als Lüftungsschacht und andererseits um das Bleierz von dem oberen Schacht in den unteren Schacht zu befördern. Man sagte hierzu, dass Erz wird in die "Schure" gekippt. In dem unteren Schacht waren Gleise verlegt. Mit Kippwagen wurde sowohl das Erz als auch der Abraum aus dem Stollen befördert. Den Abraum kippte man vor dem Stollen aus. Das Erz wurde zur Rampe gefahren, auf einen LKW verladen und dann nach Bad Ems zur Aufbereitung gebracht. Den Transport übernahm Philipp Jonas aus Oberbaar. Die Rampe steht heute noch an dem Weg etwas unterhalb von der Abraumhalde.

Bild rechts: Bergleute in Virneburg vor der Schule mit Ingenieur Schmitz

Im Stollen, der vom Weidseifen aus in den Berg ging, wurde ein weiterer Schacht nach unten getrieben, da man auch dort noch abbauwürdiges Bleierz vermutete. Der Schacht ging etwa 30 m senkrecht nach unten. Von hier wurde waagerecht ein Stollen zurück in Richtung Weidseifen gebaut. In diesem unteren Stollen sammelte sich das Wasser und morgens bei Schichtbeginn mußte zuerst immer abgepumpt werden. Die Pumpen wurden mittels eines Kompressors mit Luft angetrieben, der wiederum mit Diesel betrieben wurde. Das Abpumpen dauerte ca. 1 Stunde. In beiden Stollen arbeitete man in 2 Schichten. Die Frühschicht dauerte von 06.00-14.00 Uhr und die Spätschicht von 14.00-22.00 Uhr. Pro Schicht arbeiteten 3 Mann im Stollen Weidseifen und 2 im Stollen Bleiberg. Am Bleiberg bildeten Fränze Nikla aus Wanderath (Nikolaus Schlich) und Kurels Josef aus Niederwelschenbach (Josef Kreucher) die eine und Schlanntunne Peter aus Oberwelschenbach (Peter Schäfer) und Punge Toni aus Niederwelschenbach (Anton Ley) die andere Schicht. Im Stollen Weidseifen bildeten Rausche Jupp aus Wanderath (Josef Wagner), Mättesjes Heinrich aus Freilingen (Heinrich Werner) und ein Flüchtling aus Oberbaar die eine und Lörsch Albert aus Virneburg (Albert Löhr), Schüller Adolf aus Wanderath und Müller Josef aus Virneburg die andere Schicht. Später kam noch Pitesch Erich aus Niederbaar (Erich Pitzen), Schmitz Ernst aus Büchel (Ernst Theisen), Stefes Alois aus Büchel (Alois Schäfer) und Hänzjes Hermann aus Büchel (Hermann Hänzgen) hinzu.

Bild links: Querschnitt Bergwerk Weidseifen

Steiger war Ingenieur Schmitz aus Virneburg, der im Steigerhaus auf dem "Suhr" in Virneburg wohnte. Hauer und Sprengmeister war Rausche Jupp. Er mußte mit dem Fahrrad nach St. Jost fahren um Dynamit, Kapseln, Zünder und Zündschnüre zu holen. Gesprengt wurde immer abends nach Schichtende, da durch den beim Sprengen verursachten Staub nicht mehr weiter gearbeitet werden konnte. Bei Schichtbeginn am anderen Morgen hatte sich der Staub wieder verflüchtigt und so konnte man wieder in den Berg einsteigen.

Die größten Erzvorkommen waren in dem Stollen vom Bleiberg. Hier hatte die Erzader eine Breite von ca. 1,60-1,80 m. Nach oben verjüngte sie sich auf ca. 1,20 m. Gearbeitet wurde im Akkord. Der monatliche Nettoverdienst betrug ca. 240 DM und wurde in der Lohntüte ausbezahlt. Rausche Jupp betrieb in Wanderath noch eine Gastwirtschaft. Man erzählt, dass er öfters beim Bedienen des Kompressors und der Haspel einschlief. Wenn der Steiger dann kam, mußte er geweckt werden.
Auch rechtsseitig vom Weidseifen wurde in Richtung Osten ein Stollen getrieben. Als man ca. 10-15 m tief war, hörte man mit diesem Schürf auf, da kein Erz gefunden wurde. Auch dieser Eingang ist heute vom Profil her noch zu sehen.
Ein weiterer Stollen befindet sich am Weg Richtung St. Jost gegenüber der Kläranlage. Bis vor ca. 15 Jahren war der Stollen noch offen. Er hatte eine Länge von ca. 30 m. Heute ist er zugemauert.



6. Der Banküberfall von Freilingen

Bild rechts: Raiffeisengebäude Bürotrakt

Am 28.10.1971 kam es zu einem bewaffneten Überfall auf die Raiffeisenbank in Freilingen. Abends gegen 21:00 Uhr klingelte es bei dem damaligen Leiter der Raiffeisenbank, Herrn Erich Bungarten, an der Haustür. Zu diesem Zeitpunkt waren seine Ehefrau Margret sowie sein Bruder Karl Bungarten im Haus. Die 4 Kinder schliefen bereits. Karl öffnete die Tür und vor ihm standen 2 ihm unbekannte Männer. Sie gaben vor, dass sie eine Autopanne hätten und das sie telefonieren wollten. Er ließ die beiden Männer ins Haus. Als sie im Haus waren, zog einer von ihnen eine Maschinenpistole hervor und bedrohte die 3. Sie fesselten und knebelten Karl und Margret und forderten Erich auf, die Tresorschlüssel heraus zu geben. Nachdem er die Schlüssel gegeben hatte, gingen sie mit ihm unter Vorhalt der Waffe auf die gegenüberliegende Straßenseite ins Kassengebäude. Hier mußte Erich den Tresor aufschließen und die beiden Männer entnahmen ca. 35.000 DM. Anschließend gingen sie mit Erich zurück in dessen Haus. Hier fesselten und knebelten sie ihn ebenfalls und rissen die Telefonschnur aus der Wand. Nun nahmen sie die Schlüssel von Erichs Auto um damit weg zu fahren. Als die beiden Männer das Haus verlassen wollten, kam Karls Ehefrau Marlies die Haustür herein. Sie bedrohten auch Marlies mit der Maschinenpistole und zwangen sie als Geisel mitzufahren. Mit Erichs Auto fuhren sie in Richtung Steinbruch. Als hier der befestigte Weg aufhörte, stellten die beiden Täter vermutlich fest, dass sie falsch gefahren waren. Sie wollten den PKW wenden. Hierbei fuhren sie in die Böschung und konnten nicht mehr weiterfahren. Daraufhin ließen sie Marlies frei und flüchteten zu Fuß.

Zwischenzeitlich hatte Erich sich befreit. Er lief zu seinem Vater Johann Bungarten und rief von hier die Polizei an. Die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass die Täter zur Herzenbergbande gehörten, die in der Bundesrepublik ca. 10 Banküberfälle verübt hatten. Zwei Wochen später wurde die Bande in Frankreich festgenommen.



7. Unternehmer in Freilingen

von Heribert Hänzgen

Schreinerei Thelen


Schreinerei Thelen
 

Nachdem Walter Thelen (Straatz Walter) bei den Gebrüdern Keller in Kruft das Schreinerhandwerk gelernt hatte, machte er sich nach der Meisterprüfung im Jahr 1960 selbständig. Zuerst führte er den Betrieb alleine. Dann stellte er im Jahre 1961 einen Lehrling ein. Dies war Karl Heinz Nett aus Langscheid. Insgesamt bildete Walter Thelen 14 Lehrlinge aus. Zu Spitzenzeiten waren bei ihm 6 Mann beschäftigt. Im Jahre 1995 übergab er den Betrieb an seinen Sohn Norbert Thelen.



Schmiede Rudolf May

Bis Ende der 50er Jahre gab es in Freilingen eine Schmiede. Bereits vor dem 2. Weltkrieg übernahm Rudolf May (Klös Rudolf) den Betrieb von seinem Vater Nikolaus May. Er beschlug Pferde, machte eisen- und gummibereifte Wagen, fertigte Räucherschränke an und machte alles, was mit Eisen zu tun hatte. Rudolf May bildete in seinem Betrieb auch 2 Lehrlinge aus. Vor dem Krieg war es Nikolaus

 

Schomisch aus Welschenbach und nach dem Kriege Willi Rausch aus Kirchwald. Willi Rausch arbeitete anschließend noch einige Jahre als Geselle in der Schmiede. Weiterhin wurde Rudolf May unterstützt von seinem Bruder Peter May (Klös Pitte). Ende der 50er Jahre gab Klös Rudolf seinen Betrieb auf und arbeitete bis zu seiner Rente bei der Bundeswehr.



Raiffeisenkasse Wanderath mit Sitz in Freilingen

Die Spar- und Darlehenskasse Wanderath wurde 1912 gegründet. Erster Vorsitzender war Lehrer Littgen und Rendant war Matthias Wagner aus Wanderath. Nachdem Matthias Wagner 1920 von einem amerikanischen Soldaten in seinem Lokal in Wanderath erschossen worden war, wurde Anton Bungarten aus Freilingen zum Rendanten und Matthias Schlich aus Wanderath zum Vorsitzenden gewählt. Nach dem Krieg firmierte sich die Bank zur Raiffeisenkasse Wanderath. Neuer Vorsitzender wurde Anton Thelen aus Freilingen und Rendant wurde Johann Bungarten aus Freilingen. Im Jahre 1966 fusionierte man mit der Raiffeisenkasse Langenfeld und im Jahre 1974 mit der Raiffeisenbank Monreal eG.
Zweigstellenleiter in Freilingen wurde Erich Bungarten. Nachdem im Jahre 1975 das neue Büro- und Lagergebäude in Wanderath fertiggestellt war, verlegte die Bank ihren Sitz nach Wanderath. Zu diesem Zeitpunkt waren auf der Bank und im Lager 7 Mann beschäftigt. Heute wird das alte Gebäude in Freilingen von dem Dachdeckerbetrieb Hans Dieter Wetzlar aus Virneburg als Lager genutzt.

 


Landwirtschaftlicher Betrieb Marco Bungarten


Wohnhaus Johann Bungarten
 

Der landwirtschaftliche Betrieb, der heute von Marco Bungarten geführt wird, befindet sich in vierter Generation. Aufgebaut hatte ihn Anton Bungarten (Löschesch Anton) um 1900, als dieser nach der Heirat mit Anna Maria Mieden nach Freilingen zog. Er übergab den Betrieb vor dem 2. Weltkrieg an Johann Bungarten (Löschesch Johann) und dieser wiederum 1958 an Karl Bungarten. Im Jahre 1960 riss Johann Bungarten den alten Stall ab und baute einen neuen. Seit 2001 führt Marco Bungarten den Betrieb.



Bild rechts zeigt

Straatz Katrin (Freund Katrin)
Straatz Hilde (Freund Hilde)
Straatz Ernst (Freund Ernst)
Straatz Peter (Freund Peter)

Sie waschen Seugrompere (Kartoffel für die Schweine). Hier wurden die kleinen Kartoffeln verwendet.

Anm.: Die Schweine hatten es gut!

 


Metzgerei Horst Bungarten

 

Seit 1993 gibt es in Freilingen eine Metzgerei. Diese wird betrieben von Horst Bungarten. Horst Bungarten ist gelernter Metzger. Nach der Meisterprüfung machte er sich 1993 selbständig. Er beschäftigt z. Zt. 1 Vollzeitkraft, 3 Teilzeitkräfte und einen Lehrling.



Tierpräparator Heinrich Bienenmann

Am 19.07.1996 kaufte Heinrich Bienemann das Wohnhaus von den Erben der Familie Rudolf und Katharina May. Von Beruf ist er Tierpräparator. Dort wo Klös Rudolf früher seinen Viehstall hatte, hat Heinrich Bienemann heute seine Werkstatt. Er ist selbständig und übt auch heute noch diesen Beruf in Freilingen aus. In seiner Ausstellung befinden sich wunderschöne Exemplare.

 
Heinrich Bienemann beim Präparieren


Stahlwarenhandel Walter Piel

Um 1970 zog Walter Piel nach Freilingen in das Wohnhaus von Strahls Pitte. Er war selbständig und er vertrieb Solinger Stahlwaren. Anfang 1980 zog er von Freilingen wieder weg.




8. Der älteste Einwohner von Freilingen


Mättesjes Heinrich (Heinrich Werner ) mit 81 Jahren

Freilingen früher und heute



9. Die Flugwache an der "Hohen Warte"


Die Soldaten vor der Flugwache v. l.: Josef Fuchs, Peter Schomisch, Josef Hänzgen, Peter Gerharz
 

Dort wo etwa heute die Hütte von dem Motorradclub steht, war im 2. Weltkrieg eine Flugwache. Man darf sich dies nicht mit modernem Tower und komplizierter Elektronik vorstellen, so wie die Flugsicherung in der heutigen Zeit ist. Nein, es handelte sich lediglich um eine Hütte auf deren Dach eine Aussichtsplattform war. Zu der Zeit, als die Flugwache dort war, war die Hohe Warte etwa so bewaldet, wie sie es heute noch ist. Die Hütte stand in diesem Wäldchen und war von außen kaum zu sehen. Sie bestand aus einer großen Stube und einem angrenzenden kleinen Raum. In der großen Stube standen 2 Etagenbetten, Schreibtisch, Feldtelefon und 1 Ofen. In dem kleinen Raum war eine kleine Holztreppe, die nach oben zur Aussichtsplattform führte. Auf der Aussichtsplattform hatte man auf einem Gestell ein großes Fernglas montiert.



Bild rechts: Betten in der Hütte mit Josef Hänzgen als Wachmann

Die Flugwache war von jeweils 2 Soldaten rund um die Uhr im Schichtdienst besetzt. Sie hatten die Aufgabe, feindliche Flugzeuge zu erspähen und zu melden. Als Verbindung zwischen der Aussichtsplattform und dem Schreibtisch diente ein Sprachrohr. Wurde ein Flugzeug gesichtet, mußte der Soldat auf der Plattform mit dem Fernglas erkunden, um welche Art es sich handelte und ob und mit wieviel Bomben es bestückt war. Anschließend meldete er es mittels Sprachrohr dem Soldaten, der in der Hütte am Schreibtisch saß. Dieser notierte alles und meldete es mit dem Feldtelefon weiter zur übergeordneten Dienststelle nach Koblenz.

Mittags brachten die Kinder ihren Väter, die gerade Dienst verrichteten, mit dem Henkelmännchen das Essen. So brachte auch Maria Gerharz aus Virneburg im Herbst 1944 ihrem Vater Peter Gerharz mittags das Essen. Als sie auf dem Bleiberg angekommen war, dort wo heute der kleine Kiefernwald ist, stürzte ca. 100 m von ihr entfernt ein englischer Flieger aufs Feld.

Folgende Soldaten waren auf der Flugwache stationiert:

Hänzjes Josef (Josef Hänzgen) aus Büchel
Lehrer Schmitz aus Virneburg
Volkesfelder Dick (Albert Wagner) aus Volkesfeld
Volkesfelder Mattes (Matthias Wagner) aus Volkesfeld
Traute Pitte (Peter Gerhards) aus Virneburg
Fränze Nikla (Nikolaus Schlich) aus Wanderath
Fuchse Josef (Josef Fuchs) aus Virneburg
Peter Schomisch aus Virneburg
unn et Jebirkshännche



10. Der Motorradclub auf der "Hohen Warte"

Siehe hierzu auch den Bericht unter dem Link "Vereine".

Motorräder haben in Freilingen große Tradition und eine bewegte Geschichte.

Bild links zeigt Straatz Walter auf seiner Dürrkopp mit Sachs-Motor (1,5 PS)

Bild rechts: Straatz Walter links und Löschesch Erich rechts auf ihrem ganzen Stolz. Beide fuhren eine 125er DKW mit stolzen 5 PS. Mit diesen Motorräder haben sie auch große Touren unternommen. U. a. besuchten sie damit Hermann-Josef Bungarten in Lochau am Bodensee (er studierte dort).



11. Bilder aus Freilingen

Bild links:
Dorffest in Freilingen
von links nach rechts:
Josef Kowalla aus Mörs, Löschesch Marlies, Ossi, Norbert Thelen, Mättesjes Marie wird von Löschesch Erich jehalst und Marie-Luise Gerhards

Bild rechts:
Hänzgens Hermann, Straatz Walter und Schlichs Alfons

Bild links:
Walter Thelen mit seinen Feriengästen aus Opladen: Gertrud und Anneliese Thelen (seine Cousinen)

Bild rechts:
Staatz Walter bei der Arbeit, dem Seu hödde

Bild links:
bei der Heuernte:
von links:
Irmgard Freund, Walter Thelen, Elisabeth Strahl, Maria Thelen

Bild rechts:
Erich Bungarten beim Viehhüten im heimischen Garten

Bild links:
von links nach rechts:
Josef May ( Klös Jupp)
Karl Bungarten (Löschesch Karl)
Erich Bungarten( Löschesch Erich)
Heinrich May (Klös Heini)

Bild rechts:
Anton Thelen beim eggen.
Kühe von links nach rechts:
Fritz und Fäll

Bild links:
Ein Highlight im Jahr.
Schlachtfest
auf der Rückseite des Fotos steht:
Schlachtfest 2. Vierteljahr 1937
Auf dem Foto:
Juliane (vom BDM, Virneburg) hält Walter Thelen, Freunds Peter mit Schwester Hilde und Straatz Marie.



12. Dorffeste in Freilingen

In den Jahren 1988 und 1991 veranstalteten das gesamte Dorf wie der Name es bereits ausdrückt, 2 Dorffeste. Der stolze Erlös von über 12.000,00 DM (1988) und über 9.000,00 DM (1991) kam dem Förderkreis für Tumor- und Leukämiekranke Kinder e.V. zu Gute.
Das gesamte Dorf packte mit an und bei strahlend blauem Himmel kamen viele Gäste und erfreuten sich an einem bunten und abwechslungsreichen Programm. Alle aktiven Teilnehmer sind für diesen guten Zweck ohne Gage aufgetreten. So der Judoclub aus Andernach, die Volkstanzgruppe aus Wolfert, der Männergesangverein und der Musikverein aus Bodenbach, der Musikverein aus Nachtsheim, der Trambolinclub aus Andernach, das Musikduo Heino und Jupp, die DISCO Fashion. Walter Merten hat das Programm für die Kinder gestaltet und vieles vieles mehr.
Bild links:
Freilingen komplett und stolz bei der Scheckübergabe.

Bild rechts:
Der Judoclub bei seinen Darbietungen

Bild links:
Die Volkstanzgruppe von der Mosel bei ihren gekonnten Tänzen

Bild rechts:
aus der Presse

Bild links:
Bei der großen Tombola hier die Glücksfee Hermann-Josef Ley

Bild rechts:
Der Luftballonwettbewerb
Ein sichtlicher Spaß für die Kinder

Bild links:
Das Fest das ist zu Ende,
die Arbeit ist getan,......
nicht wahr Erich.
Entspannte, zufriedene und gut gelaunte Gesichter nach getaner Arbeit

Bild rechts:
Das gesamte Dorf bei der Nachlese.

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