Das Wegweiserkreuz am Freilinger Dreieck

von Aloys Richter

Im Jahre 1980 erschien das Buch "Mittelrheinische Steinkreuze aus Basaltlava" von Kurt Müller-Veltin aus Mayen. Es erregte gerade in der Heimat der Basaltkreuze, der Gegend um Mayen und Mendig, großes Aufsehen und gab einen gewaltigen Anstoß. eine Reihe von Büchern über die Wegekreuze in den einzelnen Gemeinden erschien, man suchte nach den Kreuzen, die durch Wegebau, intensive Landwirtschaft aber auch durch Diebstahl verschwunden waren.

Martin Mallach vom Deutschen Bauernverband in Bonn wurde dadurch zu einer Aktion "Alte Werte - Neu entdecken" angeregt, es sollte ein markantes Kreuz gesetzt werden, damit wieder auf die alte Kultur der Wegekreuze aufmerksam gemacht werde und die vorhandenen Kreuze geschützt und gepflegt werden. Durch die Vermittlung von Herrn Müller-Veltin setzte er sich mit mir in Verbindung, ob ein solches Denkmal in unser Pfarrei errichtet werden könne.

Für das Denkmal suchten wir gemeinsam nach einem Platz, der nicht zu abgelegen sein sollte. Schließlich einigten wir uns auf das Freilinger Dreieck, von wo aus der Weg nach Wanderath, Virneburg und St. Jost-Büchel führt. Zudem stand es so an der alten Römerstraße Mayen -Blumenrath - Virneburg - Wanderath - Herschbroich - Adenau.

So entwickelte Herr Malach mit dem bekannten Bildhauer Paul Brandenburg aus Berlin, der aber seine Werkstatt in Kirchheim bei Würzburg hat, das Konzept. Herr Brandenburg hat auch den Tischaltar und die beiden großen Leuchter der Pfarrkirche in Wanderath gestaltet.

Das Konzept des dreiarmigen Kreuzes mit reichem Figurenschmuck.
Träger des Kreuzes ist ein Mühlstein, aus dem der dreiseitige Schaft erwächst. Der Schaft zeigt nach der Ostseite den König David. Nach der Südwestseite ein Lamm in der Dornenhecke, nach der Nordwestseite eine Frau, die Kreuze niederlegt (Alte Tradition bei der Wallfahrt nach St. Jost).
Auf dem Schaft ruht der eigentliche Wegweiser: Richtung Westen zur Pfarrkirche die Symbole der Sakramente. Richtung Nordosten nach St. Jost die Wunden des Gekreuzigten. Richtung Südwesten Freilingen und Virneburg Ähre und Traube als Symbole der Landwirtschaft.
Herr Malach warb über den Bauernverband um Spenden. Das Rohmaterial für den Stein stiftete die Firma Gebr. Kaes aus Mayen. So konnte das Werk beginnen, wobei Bildhauer Brandenburg nicht mit der Härte des Mayener Steines gerechnet hatte. So konnte im September das Kreuz unter großer Beteiligung eingeweiht werden. Der Vorsitzende des Bauernverbandes Konstantin Freiherr von Heeremann hielt selbst die Festansprache, dazu sang ein Mönchchor aus Maria Laach. Anschließend gab es noch ein buntes Programm im Pfarrhof, dazu wurden zum ersten Mal seit langer Zeit wieder Küchlein aus Buchweizenmehl gereicht, an denen sich die Laacher Padres noch lange erinnerten. Seitdem wird am Kreuz bei der Wallfahrt nach St.Jost eine Station gehalten.

Weitere Impressionen:

 

 

 

 

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